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Zugangskontrolle an deutschen Flughäfen mangelhaft

von Luca am 2010-01-16 um 01:27

Das ARD-Magazin Kontraste kommt zu einer alarmierenden Einschätzung der Zugangskontrollen an deutschen Flughäfen. Nach dem vereitelten Bombenanschlag in Detroit herrscht nun überall wieder erhöhte Sicherheitsstufe, es bilden sich immer längere Schlangen vor den Terminals. Doch auch bei den verstärkten Sicherheitskontrollen hat der Chaos Computer Club nun eine Sicherheitslücke im Zugangssystem der Flughäfen entdeckt.

Viele deutsche Flughäfen verwenden ein Security-System namens Legic Prime, das mit RFID-Karten funktioniert. Jeder Mitarbeiter kann mit seinem Ausweis in die abgetrennten Sicherheitsbereiche eintreten, indem er diese vor den Scanner hält, der die Daten der Karte drahtlos ausliest. Die drahtlose Datenübertragung ist laut dem CCC durch eine simple Methode zu überlisten: mit Hardware für weniger als 200€ lassen sich Daten der Karten auslesen und duplizieren. Später lassen sich dann die Scanner beispielsweise mit einer modifizierten Karte austricksen. Der Hacker muss nur bis auf 15cm an einen Mitarbeiter herankommen, um die Karte auslesen zu können - sowas geht natürlich on-the-fly, ohne dass das jemand bemerkt. Über 500 solcher Zugangssysteme sind bei 200 deutschen Flughäfen installiert, 15.000 Zugangskarten im Umlauf. Die veraltete Technik nutzt ein Chiffrierverfahren, das seit mehr als zehn Jahren geknackt gilt - das Austauschen der Karten sei aber aus Kostengründen nicht möglich, teilte ein Sprecher eines Flughafenbetreibers mit.

Nun soll die Verantwortung für die Security an Flughäfen in behördliche Hände gelegt werden: in Zukunft plane das Innenministerium, die Sicherheitsanlagen unter Aufsicht der Bundespolizei zu stellen. Allerdings sind auch die Flughafenbetreiber dazu angehalten, ihre Technik dauernd zu erneuern - ein Verschlüsselungsverfahren, das heute noch als sicher gilt, könnte morgen schon geknackt werden.

Am Hamburger Flughafen, den der Chaos Computer Club für seine Demonstration nutzte, sei das Problem schon behoben. Auch erhalte man mit der Mitarbeiter-Karte nicht automatisch Zugang zu Sicherheitsbereichen, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Allerdings sei es laut Kontraste möglich, sogar Zugang auf das Rollfeld zu erhalten, was der Flughafenbetreiber allerdings dementiert.

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