Cebit 2010 – kurz und crunchy

Die Cebit dieses Jahr war mal wieder richtig anstrengend. Trotz Pressekarte und damit verbundenem Chauffeurservice sowie Zutritt zum “Backstage-Bereich” musste ich mich auch dieses Jahr wieder durch die Besuchermassen quälen – das traurige Los, wenn man die Cebit am Samstag besucht. Sascha Lobo meinte dazu “wärste halt unter der Woche gekommen!” – Na ja. Ich habe die Messe eben nicht wie er mitorganisiert und eigentlich gar keine Zeit gehabt – nur eben am Samstag. Da muss man dann halt auch die ganzen Familien ertragen, die einen regelrecht mitreißen.

Wirkliche Neuerungen gab es eigentlich nicht, im Vorfeld wurde ja schon viel bekannt gegeben. Auf der Cebit selbst gab es nur wenige Premieren. Darunter dann aber doch einige interessante: neben bezahlbaren eBook-Readern von Trekstor, 3D-Bildschirmen von Acer und 128-GB-Speichersticks von Corsair gab es auch phänomenale USB-Sticks mit Wendler-Clan-Design von cnMemory zu sehen.
Avira verteilte Regenschirme, die bei dem Schneegestöber draußen allerdings nur in der Halle benutzt werden konnten, da sie draußen vom leichten Wind schlichtweg auseinandergerissen wurden. Der Spendierlaune der Anbieter zum Dank sah man auch dieses Jahr wieder die Messebesucher mit vollgepackten Taschen bis obenhin befüllt mit “Loot” (fachchin. für “unnütze Werbegeschenke”).
Bei den Open-Source-Leuten wurde auch so einiges vorgestellt, zum Beispiel OpenOffice.org für den Unternehmenseinsatz oder das neue Knoppix 6.3 von Klaus Knopper. Dabei hatte man nicht nur mit (selbstverständlich!) nicht funktionierenden Windows-Rechnern bei Linux-Vorträgen zu kämpfen, sondern auch mit penetranten Pressemitarbeitern, die so dumme Fragen stellten wie “kann man mit Knoppix denn keine Bilder gucken?”. Trotz diverser Pannen, die zwangsläufig auftraten, gab es allerdings viel interessantes Vortragsmaterial.

Gut besucht war auch die “Intel Gaming Hall” in Halle 23, in der die Intel Extreme Masters stattfanden und auch die restliche Zeit fleißig gespielt werden konnte. Obwohl man teilweise schon am Eingang nach dem Alter (mindestens 16) und Waffen (mindestens eine) kontrolliert wurde, spielten die minderjährigen zukünftigen Amokläufer dann ganz ohne Kontrolle Match über Match von Counter-Strike und Warcraft. Die Vorträge über die neuen High-Speed-Uplinks und die Kryptofeatures der neuen Prozessoren von Intel wurden vom Publikum aufgesogen, obwohl die meisten Omas wohl nicht mal das Englisch verstanden oder die Gamer-Kinder wussten, was denn HyperTransport überhaupt ist.

Im Webciety-Bereich für 2.0-Menschen gab es einige interessante Vorträge, zum Beispiel zum Thema Selbstvermarktung und Fundraising, auf der offenen Bühne kamen auch einige interessante Diskussionen zustande. Allerdings waren die Sitzreihen eher spärlich besetzt. Der Mainstream beziehungsweise die Ahnungslosen blieben nämlich vor einem genialen Wasserspiel von T-Systems stehen, bei dem einige Sprüche als Wasserbilder entstanden. Völlig geblendet vom Schrieb a la “Kaffee 2.0″ begaben sich dann die wenigsten noch hinter die Wasserwand – offenbar dachte man, das wäre irgendwie Backstage da hinten. Deswegen konnten die Blogger auch gemütlich abhängen und sich unterhalten, was wohl auch als ganz gut befunden wurde.

Und wieder mal war ich nicht dabei… :-/
Deinem Smiley nach nehme ich an, dass du das schade findest. Ich kann dir sagen: du hast nichts verpasst
Wird eigentlich immer langweiliger. Wenn, dann muss man unter der Woche kommen, und dann auch nur zum Austausch mit interessanten Persönlichkeiten. Auf die Cebit zu gehen, um Neuigkeiten zu begaffen, ist schon länger nicht mehr der Hauptgrund.