Counter-Strike ist doch nicht schuld am Amoklauf
Die WELT ONLINE berichtet: Nur kurz nach dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden fanden die Ermittler (mal wieder) die sogenannten Killerspiele auf dem Computer des Attentäters. Im Gegensatz zur Berichterstattung zum Amoklauf von Emsdetten sind die Medien nun anscheinend auf eine eher neutralere und faktenorientierte Berichterstattung aus. So erklärt die WELT, dass die Ursache für solch eine Gräueltat nicht bei den Killerspielen zu suchen sei.
WELT ONLINE setzt die heutzutage "moderne" Berichterstattung zu den vergangenen Amokläufen im selben Blickwinkel wie die kontroverse Diskussion um Horrorfilme in den achtziger Jahren. So sollen damals die Horrorfilme als verrohend und gewaltfördernd beschrieben worden sein - ähnlich heute die Killerspiele. Der Autor des Artikels kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Schuld auf keinen Fall bei den Spielen zu suchen seien.
Auch gibt es anscheinend keinerlei psychopathologische Ansätze, die Täter Profilen zuzuordnen. So sind die Amokläufer anscheinend alle ruhig und haben in ihrem Leben versagt, auch die Eltern sollen in manchen Fällen Mitschuld tragen. Dabei wird allerdings oft eines vergessen: um wirklich Profile zu erstellen, braucht man mehr statistische Daten - sprich: mehr Amokläufe. Auch Christian Pfeiffer, Kriminologe aus Niedersachsen (der übrigens auch gerne das Online-Rollenspiel "World of Warcraft", kurz WoW, verbieten will), behauptet einen direkten Zusammenhang von Unauffälligkeit und Gefährdung. Anscheinend ist man aber nicht dazu in der Lage, diese stillen Menschen rechtzeitig zu erkennen - wie auch, ohne kommunikative Anstrengungen zur AuÃenwelt?
Auch ist ein Verbot gewaltverherrlichender Darstellungen in Spielen oder Filmen generell unpraktikabel, da sich die jugendlichen Täter wohl kaum daran halten werden. In den Weiten des Internets finden diese auch Spiele, die in Deutschland auf dem Index stehen - meist zwar illegal, allerdings wird das wohl kaum einen Attentäter hindern, die Spiele herunterzuladen. Nur ist die Motivation durch das Verbot meiner Meinung nach noch gröÃer, die Sperre ist somit kontraproduktiv anzusehen.
Der oben angeführte Artikel beschreibt weiterhin drei psychoanalytische Ansätze: die Entlastungsthese, nach der Gewalttaten durch Aggressionsabbau eher verhindert werden, die Nachahmungsthese (die ja immer wieder gerne von Medien und Politikern aufgegriffen wird) und die Simulationsthese, bei der die Unterscheidung der Wirklichkeit durch solche Spiele erschwert oder unmöglich gemacht wird. Doch dies sind auch alles nur Vorschläge zur Analyse, bis jetzt gibt es wie gesagt keine statistischen Daten zu Amokläufen und die Spekulationen werden sich wohl weiter hinziehen.