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Wer ist denn dieser süße Pinguin?

Übermittelt von luca am 16. Juli 2009 – 16:2415 Kommentare

tux

Das ist Tux. Tux ist das Maskottchen für Linux. Viele haben den Begriff schon einmal gehört, können damit allerdings nichts anfangen.

Was ist Linux denn jetzt eigentlich? Die Antwort: Ein Betriebssystem. Und was ist das schon wieder?

Betriebssystem?!?

Nun ja, vielleicht sollte man zuerst einmal in die allwissende Wikipedia gucken:

Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht. Es verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen.

Kurz und bündig: um irgendetwas mit einem Gerät machen zu können, in dem ein Computerchip eingebaut ist, braucht man ein Betriebssystem.

Also sind auch Windows und Mac OS (das, was auf den Computern mit dem Apfel drauf läuft) Betriebssysteme. Auch viele MP3-Player wie z.B. der populäre iPod haben heutzutage ein Betriebssystem.


Fast jeder benutzt doch Windows?

Nahezu alle Menschen kaufen sich einen Computer, schalten ihn ein und legen los. Meistens ist das Betriebssystem Microsoft Windows installiert, wenn nicht, kauft man es sich und lässt es installieren. Hat ja schließlich jeder. Aus dieser Bequemlichkeit heraus schauen die wenigsten Leute einmal über den Tellerrand und informieren sich über Alternativen, die unter Umständen sogar besser sein könnten. Obwohl man sich dauernd über die Macken des Systems ärgert („Verdammt, jetzt ist der doofe Computer schon wieder abgestürzt!“), benutzt man es weiter – viele kennen eben keine Alternativen.

Dabei gibt es so viele Dinge, die Linux anscheinend besser macht als die Konkurrenz. Allein der Preis ist schon konkurrenzfähig: 0,00€.


Für lau

Was? Ein ganzes Betriebssystem kostenlos?“, wird sich manch einer jetzt fragen. Ja, ihr habt richtig gehört: Linux gibts umsonst. Das kommt daher, da das Betriebssystem nicht wie Windows von einer Firma entwickelt wird, sondern von einer ganzen Schar von freiwilligen Entwicklern. Der Programmcode von Linux ist öffentlich zugänglich – jeder, der mag (und fähig dazu ist), kann mitarbeiten. Bei Windows entscheidet allein Microsoft, welche Funktionen das Betriebssystem beherrscht – bei Linux kann man alles nachrüsten. Auch ist der Großteil der für Linux verfügbaren Programme kostenlos verfügbar. Windows oder die Software muss man so nicht mehr raubkopieren.


Linux ist anders

Zuerst einmal sei gesagt: Die Entwickler von Linux wollen Windows nicht ersetzen, sondern eine Alternative anbieten. Die Bedienung von Linux ist eine große Umgewöhnung: es gibt keine Laufwerksbuchstaben (C:, D:), keinen Arbeitsplatz, keine Systemsteuerung. Auch die Windows-Programme laufen nicht mehr, da sie ja für ein anderes Betriebssystem geschrieben wurden. Nach kurzer Zeit erkennt man aber, dass hinter dem augenscheinlichen Wirrwarr ein logischeres System als hinter Windows steckt – angeblich soll Linux für komplette Anfänger, die noch nie einen PC bedient haben, sogar einfacher zu erlernen sein! Für die vermissten Windows-Programme hat man schnell Alternativen gefunden. Falls man für einige unbedingt benötigte Software keinen Ersatz findet, kann man versuchen, diese mit speziellen Programmen unter Linux zu installieren (Emulation). Man kann auch Windows auch noch als zweites Betriebssystem installiert lassen oder innerhalb von Linux starten; letztere Methode benötigt allerdings einen schnellen Rechner.

Weiterhin werden mangels Popularität kaum Spiele für Linux entwickelt, manche Windows-Spiele kann man dann allerdings mithilfe der angesprochenen Emulation recht gut zum Laufen bekommen.


Gibt es denn Programm X für Linux? Kann ich auf Webseite Y?

Häufig werde ich gefragt, ob es denn ICQ oder Firefox oder MSN oder… für Linux geben würde. Firefox zum Beispiel läuft unter Linux, für ICQ und MSN gibts sogar Programme, mit denen man sich in beides gleichzeitig einloggen kann. Auch kann man (einen installierten Internet-Browser vorausgesetzt) jede Seite ansurfen, die man unter Windows auch besuchen kann. Auch Online-Games und YouTube kann man mit Linux benutzen, da Internetanwendungen betriebssystemunabhängig sind.


Sicherheit

Ein weiterer Pluspunkt von Linux: es ist sehr sicher. Es gibt keine Viren, Trojaner und Spionage-Programme für Linux und durch den offengelegten Quellcode kann man auch Hintertürchen, die die Entwickler eingebaut haben könnten, sicher ausschließen – das ist bei Windows ja nicht der Fall und auch häufig Gegenstand von Diskussionen. Auch stürzt Linux im Gegensatz zu Windows praktisch nie ab, da Programme das komplette System nur im äußersten Extremfall „mitreißen“ können. Auch aus Faulheit vergessene Programm-Updates gehören unter Linux der Vergangenheit an – mit einem Mausklick lässt sich die ganze installierte Software über den sogenannten Paketmanager aktualisieren.


Was ist denn ein Paketmanager?

Einfach gesagt: ein Programm, welches nach der Eingabe des Namens eines anderen Programms dieses und auch eventuelle Software, die von dem zu installierenden Programm benötigt wird, automatisch herunter lädt und installiert. Anstatt nun wie in Windows mühselig auf dutzenden Webseiten das gewünschte Programm zu suchen, herunterzuladen und dann auch noch zu installieren, kann man diese Schritte mit einem Mausklick durchführen.

Schön und gut, aber wer hilft bei Problemen?

Da die Wenigsten für ihr Windows den Microsoft-Support nutzen, ist die Frage eigentlich recht schnell geklärt: Linux-User sind meistens hilfsbereiter als die Windows-User. Die Meisten setzen sich mit den Grundlagen und der Materie auseinander, kennen sich aus und können Neulingen gut helfen. Es gibt viele Foren im Internet, in denen man schnell Hilfe bekommt, unter Linuxern hilft man sich eben gerne. Auch der nächste Hobby-Administrator ist meist nicht weit.

Dazu muss man allerdings sagen, dass man den Support bei Linux wesentlich häufiger benötigt als bei Windows: die Installation des Betriebssystems gestaltet sich oft gerade für Anfänger recht schwierig, auch einige Treiber bekommt man häufig erst mithilfe der Community oder Tipps auf einschlägigen Internet-Seiten zum Laufen. Wenn dann allerdings erst mal alles läuft, hat man mit Linux meist weniger Betriebsaufwand zu bewältigen.


Woher bekomme ich Linux?

Da Linux eine frei verfügbare Software sein und bleiben soll, gibt es recht wenige Linux-CDs in Elektronikgroßmärkten. Der Großteil der Distributionen (Linux-Varianten verschiedener Hersteller) gibt es als kostenlosen Download im Internet. Wenn man allerdings ein gedrucktes Handbuch oder guten Herstellersupport (der bei Linux übrigens meist günstiger als bei Windows ist) will, kann man sich diese Extras auch kaufen. Als Heimanwender ist dies aber oft gar nicht nötig.

Wer weitere Informationen benötigt, kann mich gerne per eMail anschreiben: meine Adresse ist lucasteinke@gmail.com.

15 Kommentare »

  • Zoba sagt:

    Linux ist nur der Kernel – Gnu/Linux wäre genauer – trotzdem schön, um Einsteigern zu helfen.

  • luca sagt:

    Das hab ich bewusst weggelassen, um die Einsteiger nicht noch mehr zu verwirren. Selbstverständlich weiß ich auch, dass Distributionen keine “Linux-Varianten” sind, sondern Kernel + diverse Programme. Das Linux (bzw. der Kernel) ist ja oftmals gleich. Das bringt den zukünftigen Linuxern aber auch nichts ;)

  • Zoba sagt:

    ich wollts nur gesagt haben. :D
    Hab ja schon geschrieben – ansonsten sehr toll!

  • jonny0303 sagt:

    Hmm.. Also was du auch noch ergänzen könntest (interessant für ps3 user) dass es für sony’s ps3 eine extra distribution gibt (YDL – Yellow Dog Linux)… Wenn man etwas mehr aus seiner ps3 rausholen will ;)

    windows funktioniert ja leider auf der ps3 nicht (harfwarebedingt!) :(

    gruss
    jonny :)

  • 101 sagt:

    Xubuntu und Windows Xp. Was braucht man mehr?

    mfg

  • luca sagt:

    Vielleicht Arch und WIndows 7? :P

  • Paramantus sagt:

    Ich hör soviel von Linux, aber irgendwie hab ich mich nie getraut es mal zu installieren… Ich glaube ich bin zu sehr an Windwos gewöhnt… *g*

  • luca sagt:

    Probiers doch einfach mal aus… was hast du schon zu verlieren? Du kannst nur gewinnen. Und wenn es nur eine Erfahrung ist – oder die Freiheit.

  • Paramantus sagt:

    Werde ich vielleicht mal in Angriff nehmen, wenn ich mir meinen neuen PC (ohne vorinstalliertes Betriebssystem) bestelle…

  • Cannabinoid sagt:

    Ja unser TUX :) er rettet die Welt vor abstürzen, kaputten tastaturen und sonstigen ärgerllichkeiten wie keine rückmeldung..=D

  • SomeDudeFromTheInternetz sagt:

    Kurz, knapp und überzeugend wie ich finde. Mich muss mann aber nicht überzeugen ;)

  • SirBlackHawk sagt:

    Joa ;)

    Echte Glanzleistung Luca ^^

    Ist vielleicht etwas spät dieser kommentar, aber besser jetz als nie.

    Für Leute die Websites oder andere Internetanwendungen programmieren ist Linux natürlich bombig ^^
    Das System frisst nicht so viel Ressourcen und es läuft weitaus stabiler als windows.

    Nja mach weiter so :D

    Sir. BlackHawk

  • Java Emulator sagt:

    Ich halte allein die Grundidee der reinen Emulation von Software für lächerlich, was ist denn nach dieser Definition dann alles ein EMulator? Die Antwort: “Alles!” bis “Alles was nicht den Markennamen trägt”,be Windows gibts nix zu emulieren da die Software für die selbe Hardwarearchitektur geschrieben wurde Punkt. Wir reden schließlich nicht von einem GameBoy der einer PlayStation, wo man Hardware Emulieren könnte.

    Liste gängiger Emulatoren:
    Java

    Mono
    NetFramework
    Wine
    Ironie Off
    ePSXe

    gezeichnet: Einer der Leute die aus lange Weile mal über dein ICQ Nummer gestolpert sind, selber schuld wenn man sie in Hackit’s über seine Forensignatur verteilt…

  • luca sagt:

    Ein Emulator ist nach der Definition aus Wikipedia “ein System [...], das ein anderes in bestimmten Teilaspekten nachahmt.”

    Somit kann man logischerweise auch ein Betriebssystem oder eben die API dazu emulieren. Das von dir aufgeführte Software-Sammelsurium ist allerdings keine Emulationssoftware, sondern es handelt sich hierbei (mit Ausnahme von ePSXe) um Interpreter. Die Sprache wird nicht für das Betriebssystem, sondern für den Interpreter geschrieben, der den Code dann einfach ausführt.

    Ich habe natürlich auch WINE (WINE is not an Emulator) als Emulator beschrieben. Denn meiner Meinung nach emuliert WINE ganz klar die API-Schnittstellen von Microsoft, allerdings wird der Code direkt ausgeführt. Sprich: WINE ist eine Abteilung für sich, ein Zwitterwesen. Über die Definition streiten sich sogar die Entwickler.

    Des Weiteren macht es mir rein gar nichts aus, wenn die Menschen meine ICQ-Nummer (233-168-372) über irgendwelche Wege herausfinden. Ich denke nicht, dass ich damit etwas zu verbergen hätte – schließlich steht mein Name auch im Telefonbuch und mit etwas Recherche findet man sogar mein Lieblingsessen heraus.

  • Java Emulator sagt:

    auch wieder war, die Bots gehen eh alle Nummern durch…

    und “Ironie Off” ist offensichtlich kein Emulator ;)

    Interpretier die Liste nochmal mit \ vor “Ironie Off” und unter dem Aspekt das ePSXe als einziger Kandidat darunter steht, steht alles zwischen den Zeilen ;)

    Ich reite außerdem lediglich darauf rum WINE als EMulator zu bezeichnen weil man unter Emulator idR ein halbfertiges* Programm versteht das meist nicht richtg funktioniert, auf jede Anwendung einzeln angepasst werden muss und wenn überhaupt 1%-70% Leistung bei 5fachem Aufwand erbringt. Und dagegen ist Wine ein Hyperperformantes Wunderwerkzeug…

    *Da sie verdammt oft mitten in der Beta einfrieren und es einfach keine Fortschritte mehr gibt, was aber meist nicht mal die Schuld der Entwickler ist! Viel mehr die Schuld der jenigen die das zu emulierende entwickelt haben, aber hier ist das wohl oftmals ein garnicht mal unerwünschter Nebeneffekt.

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